Igel füttern

Inhalt:

Ansturm auf die Futterstelle

Ansturm auf den Futtertrog

Keine Ahnung, ob unsere Igel das schlechte Wetter nicht mögen, oder ob sie es durch unsere Zusatzration nicht mehr nötig haben tagsüber auf Jagd zu gehen. Zumindest trifft man sie in letzter Zeit nicht mehr so oft tagsüber im Garten an, wie noch vor zwei Wochen. Trotzdem sind die jungen Igel noch sehr klein. Wir haben sie nicht noch einmal gewogen, aber das vom Nabu als notwendig erachtete Gewicht von 250 Gramm hatten sie Ende September keinesfalls erreicht. Deshalb werden wir sie noch eine Zeit lang weiter füttern.

Was fressen Igel eigentlich?

Wenn man etwas planlos im Internet herum sucht, dann findet man etliche Seiten, die sich mit dem Füttern von Igeln beschäftigen. Leider widersprechen sich die Tipps aber zum Teil ganz erheblich. Da ich keine Primärquellen für irgendwelche wissenschaftlichen Untersuchungen gefunden habe, beruhen die folgenden Aussagen vorwiegend auf den im Anhang angegebenen Weblinks.

Igel sind keine Vegetarier! Gewöhnlich fressen sie also weder Obst noch Gemüse. Sie ernähren sich vielmehr räuberisch von Laufkäfern, Ohrwürmern, den Larven von Faltern und anderen Insekten, Regenwürmern, Schnecken, Hundert- und Tausendfüßlern und Spinnen. Insbesondere ihre Vorliebe für Schnecken und Schneckeneier ist ja auch der Grund, warum sich eine leichte Igel-Überpopulation im Garten positiv auswirken kann.

Für die Zufütterung im Garten gelten daher Hunde- und Katzenfutter, ungewürztes Rührei, ungewürztes, leicht angebratenes Hackfleisch, enthäutete und gekochte Hähnchenflügel usw. als geeignet.

Igelfutter

Igelfutter

Inzwischen gibt es in gut sortierten Zoohandlungen (in schlecht sortierten vermutlich ebenfalls) auch ein spezielles Igelfutter. Im Gegensatz zu mir war das den Gästen auf Mailins kürzlicher Geburtstagsfeier offenbar längst bekannt. Gleich mehrere beehrten uns mit verschiedenen Leckerlies für die Igel.

Im Großen und Ganzen enthalten die Fertigprodukte die erwarteten Zutaten wie Fleich und Fisch sowie deren Nebenprodukte, getrocknete Kleinkrebse, Weichtiere und Insekten sowie Eier und Eiererzeugnisse. Interessanter Weise waren in den Zutatenlisten aber auch getrocknete Beeren und andere Früchte, Getreide, Saaten, Backerzeugnisse, Honig und Mineralstoffe zu finden.

Eine Ausnahme stellt die “Katzen-Milch” dar, die einen Aufkleber mit der Aufschrift “Auch für Igel geeignet” trägt. Leider ist die Produktbeschreibung so klein gedruckt, dass ich Schwierigkeiten habe sie zu entziffern. Offenbar handelt es sich aber um ein Milchprodukt ohne Milchzucker (siehe unten).

Die lebenden Mehlwürmer (auf dem Foto unten links) sind auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig. Aber die Igel lieben sie! Allerdings dürfen sie offenbar nicht zu viele davon auf einmal fressen. Die Meinungen gehen hier auseinander, aber die verschiedenen Webseiten geben eine Obergrenze von drei bis zehn Würmern pro Tag an.

Auffällig ist, dass sich die Igel immer zunächst die Insekten, Krebstiere usw. aus dem Futter herauspicken. Wenn überhaupt, dann werden die pflanzlichen Anteile des Futters erst ganz zuletzt gefressen.

Was trinken Igel?

Wenn für den Igel im Garten keine natürliche Möglichkeit besteht Wasser aufzunehmen, dann soll man ihm regelmäßig frisches Wasser in einem flachen Gefäß zur Verfügung stellen.

Beim Menschen gilt die Laktose-Intoleranz als genetisch- oder krankheitsbedingte Störung, beim Igel ist sie der Normalfall. Ähnlich wie Menschen, die an Milchzuckerunverträglichkeit leiden fehlt auch dem Igel das Enzym Laktase, dass für die Verdauung des Milchzuckers nötig ist. Der unverdaute Milchzucker wird dann im Darm von Bakterien vergoren; die Gärungsprodukte führen anschließend zu Durchfällen, Koliken und anderen Komplikationen. Daher soll man Igel keinesfalls mit Milch (und Milchprodukten) füttern.

Igel im Haus überwintern?

Nein! Wenn es irgendwie geht, werden wir die Igel nicht ins Haus holen. Einmal ganz davon abgesehen, dass von überwinternden Igeln eine nicht zu unterschätzende Geruchsbelästigung ausgeht, ist es fast immer auch gar nicht nötig. Laut NABU haben auch kleinere Jungtiere in der Natur wesentlich größere Überlebenschancen, als allgemein angenommen wird. Außerdem haben Igel, die im Haus überwintert wurden, im im Frühjahr häufig erhebliche Anpassungsschwierigkeiten, wenn sie wieder in die Natur entlassen werden.

Siehe auch:

Weblinks:

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