Insektenhotel

Bienenhotel im Botanischen garten Bremen

Bienenhotel im Botanischen Garten Bremen

Wenn man sich mal den Wirtschaftsteil der überregionalen Zeitungen ansieht, dann erscheint ein Hotelneubau in diesen Zeiten ein ziemliches riskantes Unterfangen zu sein. Zumal die zu erwartenden Gäste in einem Insektenhotel dafür berüchtigt sind, regelmäßig ihre Zeche zu prellen. Aber Mailin meint so ein Insektenhotel würde gut in unseren Garten passen. Was soll man da noch lange diskutieren?

OK, der Spätherbst ist eine gute Zeit zum Herumbasteln. Allerdings will so etwas natürlich vernünftig geplant sein:

Welche Insekten wollen wir überhaupt fördern?

Naja, wir wollen natürlich insbesondere die Insekten fördern, die sich in unserem Garten als Nützlinge hervortun – sei es weil sie unsere Pflanzen bestäuben oder sei es weil sie Schädlinge bekämpfen.

Zu den nützlichen Insekten zählen wir vor allem Hummeln und Wildbienen als Bestäuber, und verschiedene Wespenarten (z.B. Schlupfwespen), Florfliegen und Ohrwürmer als Pflanzenschützer. Diejenigen Insekten, die hier nicht erwähnt wurden müssen sich übrigens keine Sorgen machen, sie finden in unserem Garten auch jetzt schon reichlich Unterschlupfmöglichkeiten.

Welche Ansprüche haben die einzelnen Arten?

Soweit ich das einschätzen kann, ist es nicht so wichtig wie so ein Insektenhotel aussieht, sondern mehr, ob es später auch wirklich angenommen wird. Deshalb muss man sich etwas mit den Ansprüchen der unterschiedlichen Nützlinge auseinander setzen. Da es in den einzelnen Insektenfamilien wieder tausende von unterschiedlichen Arten gibt, kann dieses natürlich nur ein grober Überblick sein:

Im Gegensatz zu den Honigbienen leben die meisten Wildbienen nicht in großen Völkern zusammen. Die weiblichen Tiere legen einzelne Röhren an, in die sie dann Ihre Eier ablegen. Anschließend verschließt die Biene die Röhren mit Lehm. Je nach Wildbienen-Art werden gerne fertige Röhren in Todholz, Mauernieschen und sogar in ausgedienten Schneckenhäusern bezogen.

Hummeln gehören zu den staatenbildenden Insekten. Die im Herbst begatteten Jungköniginnen suchen sich im Frühjahr alleine einen geeigneten Platz für ihr Nest. Dort legen sie Eier ab und brüten die erste Generation Arbeiterinnen aus.  Als Nistplatz kommen in der freien Natur zum Beispiel Mauselöcher, hohle Baumstämme oder verlassene Vogelnester in Frage.

Schlupfwespen überwintern in Laub, Moos oder in Grasbüscheln. Offenbar ist es schwierig, ganz bestimmte nützliche Schlupfwespen zu fördern. Deshalb kann man wohl nur die allgemeinen Maßnahmen zur Förderung von Insekten einsetzen (Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz, Pflanzung von Hecken, Laub erst im Frühjahr abräumen usw.)

Die Gemeine Florfliege überwintert in den Ritzen der Rinde von Bäumen, in Scheunen und sogar in Wohnungen (nicht die Fliegenklatsche benutzen, sondern raussetzen!). Angeblich soll die Farbe rot besonders anziehend auf Florfliegen wirken. Florfliegenkästen sollen deshalb mit einer (ungiftigen) roten Farbe versehen werden.

Ohrwürmer verbringen den Winter meist paarweise. Sie suchen sich dazu Erdhöhlen oder Verstecke unter Steinen und Brettern. Im Frühjahr legt das Weibchen dort ihre Eier ab. Da Ohrwürmer nachtaktiv sind verstecken sie sich tagsüber gern in Ritzen und unter Steinen und Brettern. Eine unter Gärtnern traditionelle und bei Ohrwürmern beliebte Unterkunft sind umgekehrt in Bäumen aufgehängte und mit Holzwolle gefüllte Ton-Blumentöpfe.

Standort

Im Geiste hatte ich unser zukünftiges Insektenhotel schon längst an der schattigen Rückwand unseres Gartenhauses aufgestellt. Leider ist das aber nicht so günstig, weil ein vollsonniger und trotzdem witterungsgeschützter Standort mit einer schattigen Ausflugsöffnung offenbar besser geeignet ist. Möglicherweise ist es auch gar nicht so gut ein einzelnes großes Insektenhotel zu bauen, sondern lieber kleine im ganzen Garten zu verteilen.

Weblinks:

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5 Kommentare zu Insektenhotel

  • Wie wird das Insektenhotel denn angenommen? Könnt Ihr da jetzt schon etwas sehen?

    Ich dachte bisher, man sollte solch ein Insektenhotel eher schon im Sommer aufstellen, damit die einzelnen Arten sich rechtzeitig darin verkriechen können. Es wäre deshalb interessant zu erfahren, ob Eure “Mieter” sich tatsächlich noch in diesem Jahr zu einer Besiedelung herabgelassen haben…

  • Naja, wir sind wie gesagt erst in der Planungsphase. Tatsächlich bauen werden wir es voraussichtlich irgendwann im tiefen Winter, wenn im Garten gar nix mehr los ist.

    Allerdings können wir etwas dazu sagen, wie ein Mini-Insektenhotel angenommen wurde, dass wir mal vor etlichen Jahren aufgehängt haben – überhaupt nicht.

    Ich vermute, dass es mehrere Gründe gibt, warum das kleine Insektenhotel auf dem Foto nicht angenommen wurde: Zum einen gibt es jetzt schon massenhaft natürliche Unterschlupf-Möglichkeiten in unserem Garten. Zum anderen wird den Insekten weder der Platz (im Vollschatten in unserer Sitzecke) noch das Hotel selbst besonders zugesagt haben. Beim nächsten Versuch werden wir uns etwas mehr nach den Bedürfnissen der potentiellen Bewohner richten ;-)

     
  • Fashionvictim

    Ein schönes Insektenhotel findet man unter: Olching.blog.de

    Mit dem Thema Schlupfwespen hatte ich mich auch schon beschäftigt. Hatte mir damals die Aries Mottcontrol gekauft. Nicht ganz günstig aber hat gut geholfen!

  • Karina

    Gerade zur Bekämpfung von Motten eigenen sich Schlupfwespen hervorragend. Unter dem folgenden Link zur Anwedung von Schlupfwespen zur Mottenbekämpfung gibt es ein paar weitergehende Informationen dazu.

    • Um das hier noch mal klar zu stellen. In diesem Artikel geht es nicht um den Vertrieb von Schlupfwespeneiern und unsere Kommentarfunktion ist keineswegs dafür gedacht, die SEO für entsprechende Affiliate-Seiten zu verbessern.

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