Als 16jähriger hätte ich den Vergaser meines Mopeds problemlos im Schlaf zerlegen und wieder zusammen bauen können. Leider ist seit dem aber schon eine ganze Weile vergangen. Damit ich in Zukunft nicht jedes mal wieder umständlich herum probieren muss, wenn ich nur kurz den Vergaser unserer Kettensäge justieren möchte, schreibe ich das Prozedere hier einfach mal auf.
Bevor man an den Vergaser-Einstellungen herum fummelt, sollte man erst einmal sicherstellen, dass nicht andere Gründe für einen schlechten Lauf der Säge vorliegen. Also wird erst mal der Luftfilter sauber gemacht und es wird nachgesehen, ob der Kraftstofffilter vielleicht verschmutzt ist. Logischerweise sollte sich auch genug Benzin im Tank befinden.
Bei unserer etwas älteren Stihl 026 Motorsäge sind die drei Vergaser-Einstellschrauben von außen leicht erreichbar. Sie sind mit den Buchstaben H, L und LA bezeichnet. Soweit ich weiß gibt es diese Schrauben auch bei vielen anderen Stihl Sägen (und anderen Geräten mit Verbrennungsmotor).
Ich will hier nicht näher auf die technischen Hintergründe eingehen, deshalb nur kurz die Funktion der einzelnen Schrauben:
- Mit der L-Schraube (Leerlaufdüse) steuert man die untere Drehzahl und den Übergang von Leerlauf auf Volllast
- Mit der H-Schraube (Hauptdüse) steuert man das Kraftstoff/Luft Gemisch und damit auch die maximale Drehzahl.
- Mit der LA-Schraube (Leerlaufanschlag) wird das Standgas eingestellt. (Sie betätigt einfach mechanisch den Gashebel am Vergaser). Bei anderen Fabrikaten ist diese Schraube auch mit T (Throttle) bezeichnet.
- Die L-Schraube und die H-Schraube beeinflussen sich nicht gegenseitig.
- Die L-Schraube und die LA-Schraube beeinflussen sich.
Gut, wie stellt man den Vergaser nun ordentlich ein?
- Zunächst wird die L-Schraube vorsichtig bis zum Anschlag hinein gedreht und dann um genau eine Umdrehung wieder heraus gedreht.
- Das gleiche passiert mit der H-Schraube. Ganz rein drehen, dann eine Umdrehung zurück.
- Der Motor wird gestartet und man lässt ihn etwas warm laufen.
- Mit der LA-Schraube wird die Leerlaufdrehzahl nun so eingestellt, dass die Kette gerade nicht mehr mit läuft. Wenn die Kupplung etwas klingelt ist das nicht so schlimm.
- Die L Schraube wird nun so verstellt, dass die Säge (ohne Gas zu geben) die höchste Drehzahl (Peek) erreicht.
- Sollte die Säge beim Gas geben nicht schlagartig auf Touren kommen, dreht man die L-Schraube ein klein wenig weiter heraus
- Wenn die Kette jetzt im Standgas wieder mit läuft, geht es noch einmal zurück zu Punkt 4 (also mit der LA-Schraube das Standgas etwas herunter regulieren, anschließend mit der L-Schraube erneut den Peek suchen).
- Zuletzt wird mit der H-Schraube die höchste zulässige Drehzahl (nach Handbuch 13000 oder 14000 U/min) begrenzt.
Sollte die Maschine nach dieser Prozedur immer noch nicht ordentlich laufen, dann liegt irgendein anderer Defekt vor (Zündkerze, Membranen im Vergaser verschlissen/verklebt, Filter im Vergaser dicht usw. usw.)
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Weblinks:









Moin Heiner!Aber auch das Benzin sollte frisch sein und nicht aus dem letzten Sommer sein.Es sei denn, man hat den Tank bis zum obersten Rand mit Sprit gefüllt, dann gehts auch.Wieso und Warum ist aber mehr was für Fachleute.ciao Ehler
Genau! Der Sprit muss sogar unbedingt ganz raus, wenn die Säge mal länger steht! Durch altes Benzingemisch im Vergaser verklebte Membranen sind vermutlich die häufigste Ursache für schlecht laufende Maschinen.