Haushaltsthermometer – wie genau sind die eigentlich?

Nachdem das Herstellen von Pflaumenwein so reibungslos funktioniert hat, möchte ich es demnächst auch mal mit selbst gebrautem Bier versuchen. Das ist allerdings ungleich komplizierter und vor allem muss man dabei ziemlich genau bestimmte Temperaturen einhalten.

Beim Einkochen von Apfelmus kommt es wohl nicht so furchtbar genau drauf an, ob man bei 85 oder 95 Grad einkocht. Beim Bier geht es um wenige Grad, also habe ich beim Einkochen des Apfelmus mal nachgesehen, wie genau unsere Haushaltsthermometer stimmen.

Gleich vorweg – der Thermostat unseres Einkochtopfes ist völliger Schrott! Der hält irgendeine Temperatur, aber ganz sicher nicht die, die man eingestellt hat. Das ist aber nur bedingt ein Problem – wir sind meistens zu Hause wenn wir etwas einkochen und dann kann man die Temperatur auch recht einfach selbst steuern. Aber wie schon gesagt, dafür braucht man ein vernünftiges Thermometer. Bisher haben wir dafür ein altes Einkochthermometer verwendet, dass man komfortabel von oben in den Topf hängen kann.

Teilstriche am Einkochthermometer

Teilstriche am Einkochthermometer

Schon das Ablesen der Temperatur ist nicht ganz simpel. Die Temperaturen sind nicht auf den Teilstrichen sondern genau zwischen den Teilstrichen vermerkt.  Gilt die Angabe jetzt für den Teilstrich über der Zahl oder gilt sie für den Teilstrich unter der Zahl?

Zumindest bei unseren Thermometern deutet einiges darauf hin, dass sie für den Teilstrich unter der Zahl gilt. Die Zehner-Teilstriche unter der Zahl sind zum Beispiel durchgezogen, während die Fünfer-Teilstriche etwas kürzer sind.

Gut, dieses Problem bekommt man als erfahrener Thermometer-Ableser noch in den Griff, das nächste Problem ist da schon schwerwiegender.

Zwei Thermometer

Zwei Thermometer, zwei Temperaturen

Apfelmus soll man 30 Minuten lang bei 90 Grad einkochen. Klasse. Aber was macht man, wenn das eine Thermometer gerade mal 84 Grad anzeigt während das andere schon bei 90 Grad ist?

Naja, da kann man erst mal gar nix machen. Ich habe einfach noch etwas Gas gegeben bis der Mittelwert stimmte. Für’s Bier brauen hätte ich es dann aber lieber etwas genauer.

Mangels eines genauen Referenz-Thermometers musste ich improvisieren. Kochendes Wasser hat eine Temperatur von 100 Grad Celsius. Ja, ja, ich weiß, Leitungswasser ist nicht chemisch rein und der Luftdruck liegt auch nicht immer bei 1013 hPa. Geschenkt. Kochendes Wasser hat also eine Temperatur von 100 Grad und gefrierendes Wasser hat eine Temperatur von 0 Grad.

Beide Thermometer zeigten bei gefrierendem Wasser etwa 0° an. (Beim Einkochthermometer  musste ich extrapolieren, weil die Einteilung eigentlich nach unten nur bis 20 Grad geht)

100 Grad

100 Grad Celsius

Leider war das Ergebnis für das Einkochthermometer bei 100 Grad ziemlich niederschmetternd. Es zeigte (wieder extrapoliert) knapp 110 Grad an.

Da man in der Nähe von kochendem Wasser nicht besonders gut fotografieren kann, habe ich mal darauf verzichtet auch das andere Thermometer zu knipsen. Es zeigte aber exakt 100 Grad und wird deshalb jetzt mein offizielles Bierbrauthermometer.

Fazit: Wir haben in den vergangenen Jahren zum Einkochen immer das hier getestete Einkochthermometer verwendet. Außer bei Bohnen war es offenbar nie ein Problem, dass die Temperatur dabei immer etwa sechs Grad zu niedrig lag. In Zukunft werden wir die Temperatur aber wohl trotzdem entsprechend erhöhen. (Ach, ich vergaß: Bohnen werden natürlich bei 100 Grad eingekocht. Dafür haben wir sicherlich kein Thermometer verwendet)

Siehe auch:

2 Kommentare zu Haushaltsthermometer – wie genau sind die eigentlich?

  • Ich habe mir mal vor längerer Zeit ein elektronisches Küchenthermometer gekauft. Trotz des Nachteils, dass es nicht komplett wasserdicht ist und Batterien benötigt, bin ich sehr zufrieden mit der Leistung – es zeigt Temperaturen von Minusgraden bis sehr heiß (ich hab’s nicht genau im Kopf, ich glaube -10 bis +200) an und ist auch sehr zuverlässig.
    Probleme hatte ich bisher immer nur mit meinen Min/Max-Gartenthermometern – die funktionierten bisher nie länger als ein halbes Jahr. :(

    • Ohja, mit dem Min/Max-Thermometer im Garten haben wir auch ständig Ärger. Bei unserem Modell bilden sich Blasen in dieser Anzeige-Säule und dann muss man raten, wie warm/kalt es wirklich war.

      Da beim Bierbrauen bestimmte Temperaturen recht lange konstant eingehalten werden müssen, habe ich schon über eine elektronische Regelung nachgedacht. Bei der Recherche sind mir auch diese Digitalthermometer aufgefallen. Die sind offenbar tatsächlich ziemlich genau. Die Sensoren, die da verbaut sind liefern ein erstaunlich genaues digitales Signal und sie kosten Pfennigbeträge. Könnte also sein, dass ich mir wirklich so eine Steuerung baue ;-)

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