Lieber Herr Tefal

Lieber Herr Tefal,

ich bin verwirrt! Wir haben uns zu Weihnachten einen Ihrer Toaster zugelegt. Sein Vorgänger hatte leider kürzlich den Geist aufgegeben. (Dazu muss ich übrigens Herrn Krups auch mal einen gepfefferten Brief schreiben. Vielleicht könnten Sie ihn schon man vorwarnen; soweit ich informiert bin sind Sie ja nahe Verwandte.)

Heute mussten wir verwundert feststellen, dass wir den neuen Toaster gar nicht benutzen dürfen.

K eine Garantie!

Den Betrieb auf Bauernhöfen nehmen Sie ausdrücklich von der Garantie aus. Im Moment behelfen wir uns damit, den Toaster hinüber zum Nachbarn zu schleppen um unser Brot dort zu toasten. Aber irgendwie ist das ja auch keine Lösung.

Ehrlich gesagt fallen mir auf Anhieb kaum Gründe ein, wieso der Betrieb eines Toasters auf Bauernhöfen verboten ist. Sollte es daran liegen, dass Sie Bauern generell für zu blöde halten um Ihren Toaster zu bedienen, so spricht das nicht gerade für die Bedienungsfreundlichkeit Ihrer Geräte. Sollte es andere Gründe geben, klären Sich mich bitte auf.

Mit freundlichen Grüßen, Heiner

8 Kommentare zu Lieber Herr Tefal

  • Es könnte daran liegen, dass Bauernhöfe meist gewerblich genutzt werden und dass solche Garantien generell nicht bei gewerblicher Nutzung greifen. Wenn man aber rein privat auf einem Bauernhof lebt und toastet, dann sollte die Garantie hier eigentlich schon gelten. Vielleicht hat Herr Tefal einfach dafür keine passende Formulierung gefunden ;)

    • Bei der wenig passenden Formulierung sind wir uns einig :-)

      Mit dem Gewerbe kann es aber eigentlich nix zu tun haben. Wieso sollte ein gewerbetreibender Gärtner das Teil benutzen dürfen während der Bauer es umtauschen soll? Ist doch Blödsinn!

      • Naja, da steht auch “Geschäfte, Büros und sonstige Arbeitsumfelder” und da fällt dann auch der gewerbetreibende Gärtner darunter. Es hat garantiert mit dem Gewerbe zu tun. Ich hab ja selber ein Gewerbe und da bekommt man wirklich auf die Geräte keine Garantien. Ich mache es manchmal so, dass ich reparaturanfällige Sachen lieber privat kaufe und auf den Firmenrabatt verzichte, damit ich die Garantie nutzen kann. Letztendlich kommt es ja nur darauf an, ob die Rechnung auf eine Privatperson oder auf eine Firma ausgestellt wurde. Wo Du den Toaster benutzt hast, kann der Herr Tefal ja nicht nachprüfen.

        • Nagut, aber wie verhält sich das nun bei uns? Wir wohnen auf einem Bauernhof, den wir aber nicht gewerblich nutzen. Wieso verlieren wir denn nun unseren Anspruch auf Garantie?

  • Ach ja, um auch das kurz klar zu stellen – Firmen können sich mit merkwürdigen Klauseln aus ihrer freiwilligen Garantie heraus winden. Um die gesetzliche Gewährleistung kommen sie trotzdem nicht herum. Laut EU-Richtlinie 1999/44/EG haftet der Verkäufer für Schrott. Und zwar “wenn die Vertragswidrigkeit binnen zwei Jahren nach der Lieferung des Verbrauchsgutes offenbar wird” (Artikel 5.1)

  • Natürlich hatte ich der Firma Tefal Gelegenheit zu einer Reaktion gegeben. Zunächst einmal meinen Respekt für die Arbeit der Sprecherin. Da einige Nachfragen nötig waren, musste Sie mehrfach in die Tasten hauen. Das tat sie ohne Rücksicht auf Ihre Freizeit. Ich bekam zwei Antworten am 3. Weihnachtstag, eine am Samstag den 28. und eine heute am Sonntag den 29. Herzlichen Dank dafür!

    In der Sache bleibt Tefal aber knallhart:

    Ja, bei Verwendung auf Bauernhöfen verfällt der Garantieanspruch, dies ist korrekt.

    Und auch der Hinweis, dass damit eine ganze Berufsgruppe von der Garantie ausgenommen wird, weil sich ihre Wohnung nun mal auf einem Bauernhof befindet, ließ sie nicht erweichen:

    Die Mehrzahl der Bauernhöfe wird auch gewerblich genutzt (Anmietung von Zimmern möglich). Hier werden oft Haushaltsgeräte zur Verfügung gestellt, oder in Bauernhofküchen eingesetzt. Ein privater Hausgebrauch ist hier nicht mehr gegeben. Da unsere Produkte allerdings ausschließlich für den privaten Gebrauch und nicht für gewerbliche Zwecke ausgelegt sind, erlischt bei Zweckentfremdung der Garantieanspruch.

    Ich verstehe natürlich immer noch nicht, was das alles mit unserer ausschließlich privat genutzten Küche zu tun hat, aber zumindest bedanke ich mich für die Genehmigung zur Veröffentlichung der Reaktionen.

  • Das versteh ich jetzt auch nicht und vor allem frage ich mich, wie sowas nachgeprüft werden kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Händler in Garantiefällen bei den Kunden nachfragt, ob sie das Gerät auf einem Bauernhof benutzt haben. Vorsichtshalber könnt Ihr ja weiterhin zum Toasten zu den Nachbarn gehen ;)

  • Ehler

    Habe selten so geschmunzelt beim Lesen dieses Artikels.Satire höchster Vollendung.Der Satirepreis 2013 sollte dir sicher sein. Doch leider ohne Garantie.

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