Test der Heizmatten für die Growbox

Wir berichteten schon, dass uns die Firma Gartpro gebeten hatte einen Test der dort verfügbaren Heizmatten durchzuführen. Genauer gesagt handelt es sich um die großen Heizmatten der Firma Romberg.

So einen Test machen wir gerne. Aber wie testet man eigentlich Heizmatten? Ganz einfach, man testet sie unter Einsatzbedingen. Die Anforderungen an die Matten ergeben sich dann ganz automatisch aus den Anforderungen, die Pflanzen an ihre Aufzucht stellen.

Unsere wärmeliebensten Pflanzen dürften die Chilis sein. Zum Keimen brauchen Chilis 24 bis 30 Grad. Darunter würde sich die Keimung deutlich verlangsamen. OK, wir lassen unsere Chilis schon seit Jahren auf der Heizung keimen und haben damit beste Erfolge.

Nachdem sich die Keimblätter zeigen, kommen die Keimlinge in die Growbox. Die ideale Temperatur liegt dann tagsüber bei 20 bis 24 Grad und nachts noch etwas darunter. Ich persönlich neige immer eher zum unteren Bereich der Skala, weil die Pflanzen dann besser die gewünschte gedrungene Wuchsform annehmen.

Messverfahren

Arduino uns Sensoren

Arduino und DHT11 Sensoren

Logischerweise kann man die Tests auch mit einem handelsüblichen Thermometer durchführen. Da das Konzept und der Prototyp für die Steuerung der Growbox aber schon fertig sind, haben wir gleich die Temperatursensoren und den Arduino verwendet.

Die eingesetzten Sensoren vom Typ DHT11 haben laut Hersteller nur eine Genauigkeit von plus/minus zwei Grad Celsius. Das ist nicht besonders genau, aber sie haben dafür eine Reproduzierbarkeit der Ergebnisse von 0,2 Grad. Der gemessene Wert wird ganzzahlig ausgegeben. Vergleiche mit einem Fieberthermometer und einem anderen (sehr viel genaueren) Sensor vom Typ DS18B20 zeigen, dass unsere Exemplare Werte auswerfen, die nur etwas mehr als ein halbes Grad vom tatsächlichen Wert abweichen.

Die Messungen wurden sowohl im oberen als auch im unteren Beireich der Growbox durchgeführt. Die Abdeckscheibe im oberen Bereich wie auch die Türen des unteren Bereichs waren während der Messungen geschlossen. Die Lampen waren ausgeschaltet.

Da ich nicht stundenlang die Anzuchterde aufheizen wollten, waren die Anzuchtschalen leer.

Test unter den Anzuchtschalen direkt auf der Heizmatte

Bevor es richtig los ging haben wir natürlich erst mal geprüft, wie warm die Matten werden. Wir wollen ja nicht, dass die Anzuchtschalen durchschmelzen oder dass sogar das ganze Haus abbrennt. Diese Gefahr besteht definitiv nicht – beide Matten werden nur handwarm. Messungen direkt auf den Heizmatten mit aufgelegter Anzuchtschale ergaben einen Wert von 38 Grad.

Test der Lufttemperatur über der Anzuchtschale

Screenshot

Screenshot der Ausgabe des Arduino

Dieses Foto vom Display des angeschlossenen Laptops zeigt die Ausgabe des Testprogramms auf dem Arduino. Der linke Block zeigt die verstrichene Zeit seit Programmstart, der mittlere Block zeigt die (hier irrelevante) Luftfeuchtigkeit der drei angeschlossenen Sensoren und der  rechte Block zeigt die Temperatur der drei Sensoren.

Der Erste Temperatur-Wert bezieht sich auf die Temperatur außerhalb der Growbox (hier in einem unbeheizen Raum 13°C). Der zweite Temperatur-Wert bezieht sich auf die Temperatur innerhalb der Growbox (hier 25°C). Der dritte Temperatur-Wert ist für diesen test irrelevant (soweit ich mich erinnere war es in diesem Fall die Temperatur im Laptop-Lüfterstrom).

Die Lufttemperatur in der Growbox wurde jeweils nach mehreren Stunden mit eingeschalteten Heizmatten etwa 15 Zentimeter über den Schalen gemessen. In oberen Teil der Growbox erreichte die Temperatur 26 Grad; im unteren Teil erreichte sie 25 Grad.

Fazit

Die Matten saugen nach Herstellerangaben 42 Watt aus dem Netz. Das ist nicht viel und das finde ich natürlich aus kostengründen auch gut so. Allerdings kann man mit 42 Watt einen Liter Wasser in einer Stunde gerade mal um 36 Grad erwärmen (1,16 Wh pro Grad). Es ist also kein Wunder, dass sich die Temperaturen immer erst nach geraumer Zeit auf einen endgültigen Wert stabilisieren

Obwohl die Matten für unsere relativ große Growbox vielleicht etwas unterdimensioniert sind, reichen die gemessenen Temperaturen von 25 bzw. 26 Grad für die Anzucht von Chilis völlig aus. Wer für seine Pflanzen einen höheren Wert benötigt, muss wohl seine Growbox besser isolieren oder den Raum etwas mehr aufheizen als wir.

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