Automatisch rasenmähen – die Vorbereitungen

Vor einigen Wochen las ich in mehreren Blogs aus unserer Blogroll, dass die Firma Husqvarna beabsichtigt einhundert ihrer Rasenroboter kostenlos an Gartenbesitzer zum Testen abzugeben. Da Rasenmähen nicht gerade zu unseren Lieblingsbeschäftigungen gehört, haben wir uns dort mal beworben. Und was soll ich sagen – in der nächsten Woche wird hier so ein Husqvarna Automower installiert.

Leider ist es nicht damit getan, den Mäher auf den Rasen zu stellen und einzuschalten. Deshalb hier mal kurz eine Zusammenfassung der Arbeiten, die hier in den nächsten Tagen anstehen:

Stromversorgung im Garten

Stromversorgung im Garten

Stromversorgung: Der Automower wird durch einen Elektromotor angetrieben. Die benötigte Energie bezieht er aus einem Akku. Und dieser Akku muss logischerweise immer mal wieder aufgeladen werden. Dazu muss im Garten eine Stromversorgung installiert werden.

Wir haben dort bereits eine Steckdose. Und ein Parkplatz unter den Rhododendren würde sich auch anbieten. Es ist aber noch nicht endgültig geklärt, ob es vielleicht noch einen besseren Standort für die Ladestation gibt. Evtl muss mein Volleyball-Kollege und Elektromeister Karsten da noch mal kurzfristig Hand anlegen.

Abstand zu Hindernissen: Aus Sicherheitsgründen reicht das Gehäuse des Automowers 18 Zentimeter über den Teller mit den Schneidmessern hinaus. Damit soll verhindert werden, dass Verletzungen auftreten, wenn jemand unter das Gehäuse greift.

Grundsätzlich ist das natürlich sinnvoll. Allerdings bleibt dadurch um Hindernisse wie Bäume, Zäune, Zaunpfähle usw. ein Bereich von mindestens 18 Zentimeter ungemäht. Gerechterweise muss man anmerken, dass man mit anderen Mähern auch nicht immer unmittelbar an solche Hindernisse heran fahren kann.

Ungemähter Bereich an Zaunpfählen Ein baum als Hindernis

Wir werden das Problem wohl lösen, indem wir den Bäumen eine vernünftige Baumscheibe verpassen. Am Zaun zur Pferdeweide werden wir (wie bisher) damit leben, dass der Rasen dort nicht ganz hundertprozentig “englisch” ist.

Übergang vom Rasen zum Weg

Übergang vom Rasen zum Weg

Rasenkanten: Unsere Rasenkanten werden ein/zwei mal im Jahr abgestochen um einen sauberen Übergang zu den Beeten und Wegen zu bekommen. Dadurch entstehen an diesen Kanten schon mal Absätze von mehreren Zentimetern.

Angeblich soll der Automower mit solchen Unebenheiten gut zurecht kommen. Um zu verhindern, dass der arme Kerl sich dort irgendwo fest fährt oder aufsetzt werden wir die Rasenkanten wohl etwas entschärfen. Die Schattenfugen, die sich an gepflasterten Wegen durch das Abstechen bilden, werden wir mit Erde auffüllen. Die Rasenkanten an Beeten werden wir behutsam mit dem Stampfer bearbeiten.

Bank rund um den Nussbaum

Bank rund um den Nussbaum

Rund um den Nussbaum herum werden wir den Rasen etwas anheben müssen, um einen ebenen Übergang zum angrenzenden Sitzbereich zu schaffen.

Das Anheben des Rasens funktioniert übrigens recht sicher, indem man die Narbe mit dem Spaten untersticht und sie dann etwas hebt und mit Erde unterfüttert. Anschließend wird der Bereich intensiv gewässert.

Geländeneigung: Wir leben in der norddeutschen Tiefebene. Mit übermäßigen steilen Abschnitten ist hier also eigentlich eher nicht zu rechnen. Der Automower bewältigt angeblich Steigungen bis zu 45% problemlos. Das Begrenzungskabel soll aber nicht in Bereichen verlegt werden, in denen eine Neigung von mehr als 15% besteht.

Steigung an einer Grundstücksgrenze

Steigung an einer Grundstücksgrenze

Ehrlich gesagt habe ich nie ganz verstanden, wieso wir Steigungen in Prozent angegeben obwohl wir doch diese wunderbare und eindeutige Bezeichnung von Winkeln in Grad haben. Egal! 15 Prozent Steigung bedeutet, dass der Bereich pro Meter um 15 Zentimeter abfällt. Eine solche Neigungen gibt es bei uns in einem kleinen Bereich der Grundstücksgrenze tatsächlich. Dieser Teil wurde Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts aufgefüllt, weil es dort früher offenbar sehr nass war. Zum Glück flacht sich das Gefälle ganz am Rand (dort wo das Begrenzungskabel verlegt werden muss) wieder etwas ab.

Gepflasterte Wege: Für den Betrieb des Automowers müssen verschiedene Kabel verlegt werden. Da ist zum einen das Begrenzungskabel, dass den gesamten zu mähenden Bereich eingrenzt. Und zum Anderen ist da das Suchkabel. (Bei der Benennung des “Suchkabels” muss die Marketingabteilung von Husqvarna wohl gerade im Urlaub gewesen sein, sonst hätten sie sicherlich einen positiveren Begriff gefunden. “Suchkabel” hört sich für mich sehr verloren an ;-) Auch egal! Das Suchkabel dient dazu den Mäher in abgelegene Bereiche des Gartens zu führen. Außerdem führt das Suchkabel den Mäher auf direktem Weg zurück zur Ladestation.

Gepflasterter Weg

Mit Klinkern gepflasterter Weg

Bei uns müssen drei getrennt voneinander liegende Bereiche des Gartens gemäht werden. Von dem Stück auf dem die Ladestation steht muss der Mäher also über Wege zu den beiden anderen Stücken geführt werden. Auf diesen Wegen müssen zwei Begrenzungskabel (hin und zurück) und ein Suchkabel verlegt werden.

Auf dem längeren der beiden Wege wächst Rasen (naja, jedenfalls so etwas ähnliches wie Rasen, wir fahren dort nämlich täglich mit der Schubkarre durch). Der andere (sehr viel kürzere) Weg ist mit Rotsteinen im Zickzackverbund gepflastert. Da wir nicht so gerne mit dem Winkelschleifer drei Rillen in dieses Pflaster schneiden möchten, müssen wir wohl oder übel das Pflaster aufnehmen, die Kabel verlegen und anschließend das Pflaster wieder neu verlegen.

Übrigens soll der Mäher das Signal von den Kabeln bis zu einer Tiefe von 10 Zentimetern sicher erkennen.

Sitzecke im Garten

Sitzecke im Garten

Kleinigkeiten:

  • Wenn der Rasen gemäht wird, dann sollten natürlich möglichst keine Gartenmöbel im Weg herum stehen. Das gilt für herkömmliche Rasenmäher und eben auch für Rasenroboter. Deshalb werden wir den Sitzplatz auf dem Foto einfach ganz aus dem zu mähenden Bereich heraus nehmen. Irgendwann später werden wir den kleinen Bereich dann passend zu den Wegen mit rotem Klinker pflastern.
  • Der Rasen soll nicht höher als 10 Zentimeter sein. Das ist er bei uns eigentlich sowieso nicht (naja, zumindest dort wo der Automower mähen soll). Ob der Mäher tatsächlich 10 Zentimeter hohes Gras schafft muss ich dann wohl mal auf der Weide testen.
  • Löcher und Vertiefungen auffüllen. Ja, könnte sein, dass ich auf dem längeren Weg ein paar Vertiefungen finde. Wie gesagt da fahren wir täglich einmal mit der Schubkarre durch – entsprechend sieht es da zur Zeit aus.
  • Und dann wollte ich dem Mäher ja auch noch eine Garage bauen. Das lässt sich aber auch auf später verschieben.

Fazit: In diesem Jahr wird die Vatertagstour wohl ausfallen.

Weblinks:

  • Die Seite der Husqvarna Automower-Tester. Hier gibt es schon die ersten Videos der Tester, bei denen der Mäher bereits installiert ist.
  • Lüers Gartentechnik Grasberg: Unser zuständiger Husqvarna Händler, der mir äußerst nett und kompetent erklärt hat, wie so ein Automower funktioniert und was wir vor der Installation noch vorbereiten müssen.

12 Kommentare zu Automatisch rasenmähen – die Vorbereitungen

  • Kathreen von "Mach mal"

    Ein Roboter zum Rasenmähen? Davon habe ich ja noch nie gehört, aber ich finde es wirklich spannend! Die Vorbereitungen scheinen recht aufwendig zu sein und ich bin gespannt, ob sich das auch lohnt. Liebe Grüße, Kathreen von “Mach mal”

  • Hannes

    Hallo,

    erst einmal Glückwunsch, dass du den Roboter erhalten hast. Das ist natürlich toll! Ich spiele schon lange mit dem Gedanken mir ein solches Helferlein zu zulegen, konnte mich bisher aber noch nicht durchringen. Bin deshalb sehr gespannt, wie das Fazit aussehen wird.

    Grüße
    Hannes

  • Tom

    Sehr Interessant, ich bin sehr auf Ihre Erfahrungen gespannt, vor allem in der Langzeitnutzung. Wie verhält sich der Rasen, wird er grüner, dichter oder bekommt er Moosbefall usw.?
    Was mich etwas stört bei diese Robotern, ist diese riesige Randlöschung, 18cm ist schon eine Ansage und meines Erachtens etwas viel. 5-10 cm wären top aber da wird wahrscheinlich in Deutschland kein TÜV mitspielen. Ich glaube bei Gardena haben die Rasenroboter 15cm Randbereich.

    Auf jeden Fall viel Spaß mit dem Mähroboter

    Grüße
    Tom

  • Patrick

    Wow! Glückwunsch auch von meiner Seite!
    Der Husqvarna Automower läuft ja wie ich gesehen habe, unter der Kategorie Mähroboter. Was für mich neu war ist, dass die Mähroboter die Rasenkanten so sauber schneiden. Ich dachte immer, dass die Mähroboter nicht dazu in der Lage sind. Mein erster Gedanke ging in Richtung eines Rasenkantenschneiders, den es ja auch in mehreren Ausführungen gibt.
    Du hast dir da aber viel Mühe gegeben bzw. viele Aufgaben gesetzt.
    Respekt!

    P.S. Schöner Gartenblog habt ihr da!

    Viele Grüße,
    Gartenfreund Patrick

  • Thomas

    die Aktion ist leider vollkommen an mir vorbei gegangen. Ich wollte schon immer mal einen Mähroboter testen aber der Preis hat mich absolut abgeschreckt.

  • Stimmt, so ein Rasen sieht aus wie ein Golfrasen, ist super weich und toll gepflegt. Wäre nur interessant zu wissen, wenn mal was im Weg liegt (Steine, Stöcker, Kinderspielzeug, etc.) wie das Ding dann reagiert. Ausserdem ist das Gerät ja gps-gesteuert, was ist wenn ein Blumenbeet dazukommt… Eine Garage braucht das Ding übrigens nicht – eine alte Motorhaube vom Auto reicht. Da kannst du dich dann kreativ dran auslassen.

    Übrigens ist dein gps-Track nicht 100%tig korrekt, aber fast…

    • Zum Kontext: bei dem nicht 100% richtigen GPS-Track meint Kirsten wohl diesen Artikel. Soweit ich mich erinnere handelte es sich bei dem Track, den ich damals bei GPSies hochgeladen hatte um den geplanten Weg zu speichern. Zum Weg, den wir dann tatsächlich gegangen sind hatte ich auf Kerstins Blog schon mal etwas kommentiert:

      Wir sind jedoch tatsächlich in Fischerhude am Ende der Bredenau (beim Moderson-Museum) nach links in die Feldmark angebogen, haben bei der Wallbrücke die L154 überquert und sind dann durch den Brannen in Richtung Otterstedt (Straße: Im Tal) gewandert.

      Aber auch dieser Weg gehört wohl nicht zur offiziellen Via Baltica. Landschaftlich kann ich ihn aber durchaus empfehlen.

  • Hobbygärtner Peter

    Hey sehr schöner Beitrag, ich kann einen Rasenmäher Robotorer auch nur empfehlen wir haben seit kurzen selber einen im Einsatz!

    Zuerst hatten wir jedoch einen Staubsauger-Robotor von dem wir so begeistert waren das wir dachten für den Rasen funktioniert dies sicherlich auch gut – und dem war auch so.

    Beste Grüße,
    Peter

  • Gärtner123

    Also ich kann auch nur weiterempfehlen! Unser Mähroboter ist seit letzten Sommer im Einsatz und übernimmt einen Großteil der Arbeit, und wir haben einen großen Rasen! Lediglich in den Ecken und bei leichter schräge hat er etwas Probleme. Trotzdem ist er eine große Hilfe! Beste Grüße!

  • Frida

    Mähroboter sind einfach ‘ne super Sache. Seitdem wir unseren haben ist uns viel Zeit erspart geblieben und klar ist der Preis in der Anschaffung hoch, spätestens nach einiger Zeit rentiert’s sich meiner Meinung nach und man bekommt sooo ‘nen schönen Rasen :)

  • René

    Hallo Heiner,

    Sehr ausführlicher Artikel. Das klingt ja alles schon ein wenig verlockend. Ich habe nur eine recht große Rasenfläche. Wie lange hält denn der Akku bei diesem Ding?

    LG

    • Der Akku hält bei unserem Automower 450 gut fünf Stunden. Dann fährt er für ca. zwei Stunden in die Ladestation. Soweit ich mich erinnere soll er bis zu 6000 m² Fläche schaffen. Falls Dein Rasen größer ist brauchst Du eben einen zweiten Mäher ;-)

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