Klimazonen

Unser Garten liegt in der Klimazone 7b. Aha, sehr interessant, aber was genau bedeutet das eigentlich? In der Schule haben wir doch gelernt, dass die Klimazonen der Erde nach dem Breitengrad in Tropen, Subtropen, gemäßigte Zone und kalte Zone eingeteilt wird. Unser Garten befindet sich etwa auf 53,1° Nord, liegt also mitten in der gemäßigten Zone (40° bis 60°). Aber wo kommt nun diese Bezeichnung 7b her?

Es ist nicht so ganz einfach, das Klima an unterschiedlichen Standorten miteinander zu vergleichen. Zu viele Faktoren spielen da eine Rolle. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge sagt zum Beispiel nichts über die Verteilung dieser Niederschläge aus, die Durchschnittstemperatur sagt nichts darüber aus, wie heiß die Sommer oder wie kalt die Winter werden können. Deshalb führte das us-amerikanische Landwirtschaftsministerium (US Department of Agriculture; USDA)  schon 1965 mit seiner Publikation 814 eine eigene sogenannte “Plant Hardiness Zone Map” ein (überarbeitet 1990 mit Publikation 1475). Darin wurden die USA in 10 (später 11) Klimazonen unterteilt, die sich an der durchschnittlichen niedrigsten Jahrestemperatur orientierten. Die Zone 1 bezeichnet Gegenden mit einer durchschnittlichen Niedrigtemperatur von -50 °F und darunter. Die weiteren Zonen umfassen jeweils einen Temperaturbereich von 10°F. Zone 11 steht schließlich für den Temperaturbereich von 40°F und darüber. Für jede dieser Klimazonen wurde zusätzlich eine Liste mit Indikatorpflanzen (alphabetisch) definiert, die in der entsprechenden Zone unter normalen Umständen noch existieren können.

Übertragen auf europäische Verhältnisse ergibt sich diese Einteilung:

USDA-Zonen
Zone von bis
1 unter -45,6 °C -45,6 °C
2a -45,5 °C -42,8 °C
2b -42,7 °C -40,0 °C
3a -39,9 °C -37,3 °C
3b -37,2 °C -34,5 °C
4a -34,4 °C -31,7 °C
4b -31,6 °C ?28,9 °C
5a -28,8 °C -26,2 °C
5b -26,1 °C -23,4 °C
6a -23,3 °C -20,5 °C
6b -20,4 °C -17,8 °C
7a -17,7 °C -15,0 °C
7b -14,9 °C -12,3 °C
8a -12,2 °C -9,5 °C
8b -9,4 °C -6,7 °C
9a -6,6 °C -3,9 °C
9b -3,8 °C -1,2 °C
10a -1,1 °C +1,6 °C
10b +1,7 °C +4,4 °C
11 +4,5 °C und darüber

(Quelle: Wikipedia – USDA-Klimazonen)

In Deutschland fallen die Küstenregion von Niedersachsen und Schleswig-Holsteins sowie das Rheinland in die Zone 8a, die Norddeutsche Tiefebene in die Zone 7b, der Alpenraum in die Zone 6 und die Hochalpen in die Zone 5. Auf den Seiten von garten-pur.de, in denen die Benutzer in ihrem Profil auch die Klimazone angeben können, gibt es eine grobe Karte der Klimazonen in Deutschland. Obwohl das nicht weit von uns entfernte Bremen (im Gegensatz zur garten-pur Karte) wohl eher der Zone 8a zugerechnet wird, fällt unser Garten sicherlich schon in die Zone 7b. Das bedeutet also, dass die durchschnittliche Tiefsttemperatur bei uns zwischen -12,3°C und -14,9°C liegt (was ich für die letzten Jahre stark bezweifle) und dass die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) oder die Europäische Eibe (Taxus baccata) bei uns dauerhaft leben können (was sie tatsächlich tun).

6 Kommentare zu Klimazonen

  • Ich dachte eigentlich immer, ich hätte hier 7b. Aber wenn ich mir das nochmal – nach dreimaligem Lesen deines Beitrags, danke – durch den Kopf gehen lasse, haben wir hier eher 8a – oder gar 8b? Als “Indikatorpflanzen” (nein, ich war zu faul zum Einräumen) habe ich letzten Winter schon einen Oleander und einen stinknormalen Rosmarin draußen gelassen. Beide haben den Winter bestens überstanden. Zur Belohnung darf der Oleander auch diesen Winter draußen bleiben und der Rosmarin wurde gleich draußen gepflanzt. Bei Lorbeer bin ich auch schon in der Versuchung. Aber ob man sich auf die milden Winter der letzten Jahre auch verlassen kann?
    Liebe Grüße, Margit

  • Ja, das gleiche Gefühl habe ich für unseren Garten auch. Ich kann mich hier in den letzten Jahren nur an einen Winter erinnern, in dem überhaupt mal -12,3° erreicht wurden. Wahrscheinlich stimmen die alten Grenzen für die Klimazonen heute einfach nicht mehr, weil es zunehmend wärmer geworden ist. Aber wie Du schon schreibst: Kann man sich darauf dauerhaft verlassen? Ein einziger Extremwinter würde ja reichen, um die Pflanzen wieder zu vertreiben, die hier “offiziell” nicht hingehören.

    Dazu passen die Informationen, die ich gerade zufällig im Podcast “IQ Wissenschaft und Forschung” des Bayrischen Rundfunks gehört habe. (Diesen Podcast kann ich übrigens sehr empfehlen) In der Sendung vom 3. Dezember (Nordseefischerei und Klimawandel) berichtet ein Wissenschaftler, dass sich die Nordsee in den letzten Jahren um 1,2° erwärmt hat. Was aber für die Fischbestände wichtiger ist, die kalten Winter fallen seit ca. 20 Jahren ganz aus. Das Meer um Helgoland ist 1963 zum letzen mal gefroren. Früher war das offenbar mindestens einmal alle zehn Jahre der Fall. Dadurch werden Dorsch und Hering in den letzten Jahren zunehmend durch Sardellen und Sardinen verdrängt.

  • Edda Seneker

    In den Urlaub reisen ich und meine kinder sehr gerne nach Dehli in indien. Das am Meer ist echt schoen, einzigartig und echt voller neuer Dinge. Man kann entweder im Osen am einem Strand in der Sonne liegen oder im Osten zum Himalaya reisen, eventuell diesen gleichermaßen hinaufsteigen. Die Preise in diesem Land sind noch immer extrem guenstig, dass ein Familienaufenthalt mühelos extrem guenstig erscheint.

  • Ähm, wenn ich Deinen Link richtig verstehe, dann reist Du mit Deinen Kindern von Kerala nach Dehli um dort im Meer zu baden?

    • Ich geh mal davon aus, daß Edda eine Spammerin ist …
      aber eigentlich wollte ich anmerken, daß ich diesen Artikel sehr interessant finde, vielen Dank dafür. Hab ihn bei mir verlinkt (und einen eigenen drumrumgestrickt), um später drauf zurückgreifen zu können

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