Die Eisheiligen

Die Gärtnerin aus dem Gärtnerblog wird gefragt: Wann sind die Eisheiligen bzw. was sind die Eisheiligen? Eine Frage, die ich mir seit ein paar Jahren im Frühjahr auch immer mal wieder stelle. Die erste Anlaufstation ist in einem solchen Fall natürlich die Wikipedia. Zur Frage “Wann sind die Eisheiligen” gibt sie zunächst eine klare Auskunft:

  1. (Mamertus – 11. Mai)
  2. Pankratius – 12. Mai
  3. Servatius – 13. Mai
  4. Bonifatius – 14. Mai
  5. (Sophie – 15. Mai)

Und schränkt diese anschließend gleich wieder etwas ein:

Bei den Datumsangaben ist wichtig zu berücksichtigen, dass Papst Gregor XIII. zwar den gregorianischen Kalender schon 1582 einführte, in den nichtkatholischen Gebieten Nord- und Mitteleuropas aber erst zwischen 1700 und 1752 flächendeckend auf die neue Zeitrechnung umgestellt wurde. Bei dieser Umstellung wurde z.B. in England der September 1752 um 11 Tage verkürzt (auf den 2. September folgte unmittelbar der 14.).

Für Interessierte steht dort auch einiges zur Frage “Was sind die Eisheiligen?”, beispielsweise:

Die Eisheiligen sind in Mitteleuropa meteorologische Singularitäten (Witterungsregelfälle). Laut Volksglaube wird das milde Frühlingswetter erst mit Ablauf der “kalten Sophie” stabil.

Genau! Was uns Gärtner aber noch mehr interessiert ist eine Antwort auf die Frage, welche Auswirkungen die Eisheiligen auf den Anbau von frostempfindlichen Kulturen haben. Es ist (glaube ich) unbestritten, dass es Anfang Mai oft schon recht warm ist und dass es sich dann Mitte Mai ebenso oft noch einmal wieder abkühlt. Allerdings kann ich mich im Moment nicht daran erinnern, dass es bei uns in den letzten Jahren zu den Eisheiligen starke Nachtfröste gegeben hätte.

Leider brachte eine erste Recherche nach verlässlichen Wetterdaten kein Ergebnis, also fragte ich kurzerhand einmal bei Yahoo-Clever an. Wohl auch weil ich die Frage etwas missverständlich gestellt hatte, waren die Antworten bisher noch nicht so ergiebig (bezogen auf die Frage ob es zu den Eisheiligen Eis gibt). Ich werde mir die Links in den Antworten aber noch mal genauer ansehen. Eine erneute Suche brachte mich dann zumindest zu dieser Seite mit Wetteraufzeichnungen im Münsterland. Auch dort scheint es in den letzten 5 Jahren im Mai nicht mehr gefroren zu haben. Sollte jemand Wetteraufzeichnungen aus Norddeutschland besitzen, die weiter zurück reichen, wäre ich daran sehr interessiert!

Natürlich kann man sich nicht darauf verlassen, dass es im Mai nicht doch einmal ordentlich friert. Dieses Risiko sind wir in den letzten Jahren aber des Öfteren erfolgreich eingegangen. Im Extremfall muss eben noch einmal neu gesät werden. Vor leichten Nachtfrösten kann man die jungen Pflanzen – wie es ja auch die Gärtnerin in ihrem Artikel vorschlägt – relativ einfach mit geeigneten Mitteln schützen. Ich würde als weitere Maßnahme noch die Frostschutzberegnung dazu nehmen (z.B. wenn die Obstblüte gefährdet ist).

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5 Kommentare zu Die Eisheiligen

  • Na ja eigentlich fragt sich die Gärtnerin nicht, sondern wird regelmäßig gefragt und fragt Frank nach wettermäßigen Auskünften, der aber nicht reagiert. Trotzdem danke für die Bereicherung. :-)

  • So besser? ;-)

    Kurz nachdem ich diesen Artikel abgeschickt hatte, überkam mich übrigens so ein komisches Gefühl, dass mir das Wetter in diesem Jahr mit heftigen Spätfrösten und Schneegestöber einen Strich durch meine Eisheiligen-Rechnung machen könnte. Naja, ich mache es einfach so, wie ich es immer mit dem Wetter mache, ich lasse mich überraschen ;-)

  • Heinz

    Könnte mir mal bitte jemand sagen was EISHEILIGE sind????????? Ich hab nähmlich gar keine ahnung..!!

  • Nach der Lektüre eines Artikels, in dem ich versuche zu ergründen, was die Eisheiligen sind, fragt Heinz, was Eisheilige sind… Ich wusste ja längst, dass ich nicht gerade als Pädagoge geboren wurde, aber das ist ja echt die Höchststrafe…

    Gut, ich versuche es noch mal kurz und bündig:

    Als Eisheilige bezeichnet man die Tage vom 11. Mai bis zum 15. Mai. Laut Volksglaube kann man sich nach den Eisheiligen einigermaßen sicher sein, dass es nicht mehr zu Nachtfrösten kommt. Die Namenspatrone dieser Tage sind Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie, daher die Bezeichnung EisHeilige.

  • Horst

    Nur noch ein kleiner Zusatz zu den Eisheiligen:
    Ich hab mal gegooglet – wann denn der letzte Eisheilige zu erwarten wäre? – und bekam doch ein überraschendes Ergebnis vor die Augen: Offensichtlich stecken wir noch mitten drin.

    Die Umstellung des gregorianischen Kalenders auf das sogenannte Sonnenjahr brachte zuwege, dass die “Eisheiligen” nicht am 15. Mai, sondern erst am 22. Mai zu Ende seien. Wegen einer Verschiebung der kalten Tage nach dem 15. Mai ist ja schon des Öfteren geredet worden. Das jetzige Wetter nach den vorangegangenen schönen Tagen scheint dies zu bestätigen.

    Also, was solls.
    Bald ist Frühling !!!

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