Kapuzinerkresse

Da wir sowieso gerade bei der Kapuzinerkresse als Gemüse waren, gleich noch ein paar Worte zur Zierpflanze Kapuzinerkresse.

Blüte der Kapuzinerkresse

Blüte der Kapuzinerkresse

Bei uns im Garten führt die Kapuzinerkresse ein eher unbeachtetes und daher äußerst entspanntes Leben. Sie vermehrt sich seit Jahren an ihren bevorzugten Standorten unter den Obstbäumen selbst. Die Farbe der Blüten hat sich dabei im Laufe der Zeit zwischen einem rötlichen gelb und einem gelblichen rot eingependelt. Für uns bleibt da vor allem die Aufgabe im Spätsommer, wenn sie etwas vorwitzig wird, die Wege frei zu schneiden und uns gelegentlich ein paar Blüten für Salate oder Samen für Kapern zu sammeln.

Dabei ist die Kapuzinerkresse doch eine sehr hübsche und dazu noch botanisch höchst interessante Pflanze. Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) stammt ursprünglich aus dem westlichen Südamerika (West-Brasilien, Peru). Dort wächst sie als mehrjährige krautige Pflanze an feuchten Standorten. Da die Kapuzinerkresse sehr frostempfindlich ist, wächst sie bei uns im Freiland nur einjährig, vermehrt sich aber problemlos über Samen.

Die Geschichte mit den “feuchten Standorten” nimmt die Kapuzinerkresse sehr ernst. Längere Trockenheit verträgt sie nicht. Sie stirbt zwar nicht gleich, aber wenn sie nicht genügend Wasser zur Verfügung hat, dann lässt sie Blätter absterben und sieht dann schnell etwas unansehnlich aus. Eine der botanischen Besonderheiten ist die Tatsache, dass Kapuzinerkresse aktive Guttation betreibt.

Guttation

Guttation am Blattrand der Kapuzinerkresse

Guttation ist eine Maßnahme, die Pflanzen ergreifen, wenn sie den Saftfluss in die Blätter nicht mehr aufrecht erhalten können, weil die Transpiration behindert ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Luftfeuchtigkeit morgens (wie auf dem Foto) sowieso schon bei 100 Prozent liegt.

Bei vielen Pflanzen werden in diesem Fall durch den Wurzeldruck Wassertropfen aus dem Blatt gedrückt. Die Kapuzinerkresse kann sogar noch aktiv flüssiges Wasser abscheiden, wenn sie von ihrer Wurzel getrennt wurde. Früh morgens kann man die Guttation an der Kapuzinerkresse gut beobachten. Sie bildet dann an den Enden der Blattadern jeweils ein kleines Wassertröpfchen.

Blüte der Kapuzinerkresse

Sporn an der Blüte einer Kapuzinerkresse

Auch die Blüte der Kapuzinerkresse ist aus botanischer Sicht sehr interessant. Die Blüte besteht aus fünf Kelchblättern und fünf Kronblättern. Drei der Kelchblätter sind verwachsen und bilden einen langen nach unten gerichteten Sporn.

In ihrer Heimat wird die Kapuzinerkresse durch Kolibris bestäubt. Die Vögel tauchen ihren langen Schnabel in den Sporn und trinken den dort gespeicherten dünnflüssigen Nektar. Im Gegensatz zu den Insekten legen Vögel keine Vorräte an. Freundlicherweise stellen die Kapuzinerkressen den Kolibris (und uns Gärtnern) deshalb über das ganze Jahr frische Blüten zur Verfügung. Hier in Europa kann die Kapuzinerkresse natürlich auch durch Insekten bestäubt werden.

In der Küche werden die jungen Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse gerne zum würzen und garnieren von Salaten verwendet. Weitere Verwendungsmöglichkeiten sind Kräuterbutter, Kräuteressig oder Pesto. Die Blütenknospen und unreifen Samen können zu Falschen Kapern verarbeitet werden.

Siehe auch:

1 Kommentar zu Kapuzinerkresse

  • Sebastian

    Danke für die ausführliche beschreibung, als Zierpflanze hab ich die Kapuzinerkresee noch nicht gesehen, diese wird aber zukünftig als solche sicherlich für mich in den Vordergrund treten.

    Beste Grüße,

    Sebastian

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