Der Chinesische Losbaum

Gestern machte mich ein alter Kumpel auf einen interessanten Strauch in seinem Garten aufmerksam. Er hatte den Strauch vor einigen Jahren als Chinesischen Losbaum bei Rühlemann erstanden.

Chinesischer Losbaum

Chinesischer Losbaum

Der Chinesische Losbaum (Clerodendrum trichotomum) ist ein kleiner winterharter blattabwerfender Baum oder Strauch, der früher wie die Zitronenverbene oder das Wandelröschen zur Familie der Eisenkrautgewächase (Verbenaceae) gehörte. Neuerdings wird er offenbar wie Thymian oder Zitronenmelisse zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gerechnet. Wenn der Chinesische Losbaum nicht zurück geschnitten wird, dann kann er bis zu sechs Meter hoch werden.

Mit dem deutschen Namen ist es mal wieder so eine Sache. Einige Firmen verkaufen ihn als Chinesischen Losbaum, anderere Firmen verkaufen ihn aber auch als Japanischen Losbaum und wieder andere Firmen nennen ihn Chou Wu Tong oder Lossstrauch oder auch Harlequin Glorybower. Ich werde ihn hier einfach weiter Chinesischen Losbaum nennen.

Blüte des Chinesischen Losbaum

Blüte des Chinesischen Losbaum

Der Chinesische Losbaum wird offenbar in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt. Auszüge aus den Pflanzen werden zum Beispiel gegen Bluthochdruck eingesetzt. Im Garten kommt der Losbaum aber wohl vorwiegend als Zierpflanze vor. Er bildet im Sommer massenweise herrlich duftende weiße Blüten. Im Herbst färben sich die Kelchblätter tiefrot und es bildet sich eine schwarzblaue Beere. Leider konnte ich nicht viel darüber herausfinden, ob die Beeren giftig sind. Tatsächlich genießbar (im Sinne von wohlschmeckend) sind sie aber wohl nicht. Probiert habe ich sie lieber nicht.

Weblinks:

12 Kommentare zu Der Chinesische Losbaum

  • Shushan

    Das ist interessant. Aber warum heißt er eigentlich “Los”baum?

    Liebe Grüße,
    Shushan

  • Hallo Heiner, ich habe nur gelesen, dass Teile der Pflanze giftig sind. Ob das die Beeren betrifft, weiß ich nicht. Jedenfalls ist die Frostbeständigkeit der Pflanze schon erstaunlich. Und die Blüten sind ein Blickfang. Wegen des Namens: Ich kenne den Baum auch als “Freilandklerodendrum”. Beste Grüße – C.

  • silvia

    Ich hab den als kleines Zimmerpflänzchen letzten Sommer gekauft, weil mir doe Blüten so gefallen haben. Jetzt rankt er im Treppenhaus, blüht aber nicht mehr. Kann ich den auch im Kübel im Winter nach draußen?

    • Naja, der Losbaum ist ja eigentlich einigermaßen winterhart, aber im Kübel würde ich so ein kleines Pflänzchen wohl eher nicht nach draußen stellen. Wenn überhaupt, dann solltest Du ihn vielleicht an einer geschützten Stelle eingraben und von oben dick mit Mulch (Laub, Stroh, Mist o.ä.) isolieren.

  • lore

    Welche Teile des Losbaumes kann man als Heilkraut verwenden und wie wird dies verarbeitet?

    • Soweit ich weiß werden Auszüge aus den Blättern hergestellt und dann in Verbindung mit bestimmten Kräutern gegen Bluthochdruck eingesetzt.
      Allerdings reicht diese Information natürlich nicht für einen Selbstversuch. Wie bei allen anderen Heilpflanzen muss man sich sehr genau über Herstellung, Wirkungsweise und Dosierung informieren bevor man sie zu sich nimmt!

  • Zur Medizin:
    Die Extrakte der Pflanze enthalten Flavonoide, Di-Terpene und Phenylpropanoide denen Anti-Inflammatorische und Anti-Oxidative Eigenschaften zugeschrieben werden.
    Allerdings sind die genauen Wirkungen kaum verstanden und Gegenstand der Forschung (und zwar nicht besonders intensiv).
    Auf PubMed (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed) gibt es ganze 41 Publikationen (über einen Zeitraum von 30 Jahren) – das ist extrem wenig.

    Zur Etymologie:
    Clero – griechisch für „Los, Anteil, Erbteil“ (Los auch im Sinne von Schicksal). Das Deutsche Wort Klerus hat denselben Wortstamm. Cleros kann auch mit „schuldenfrei“ übersetzt werden.
    Dendrum – griechisch für Baum.

    Trichotomum – griechisch für „dreigeteilt, in drei Teile verzweigen“ Das „Tri“ steht dabei für die drei, vergleiche Dichotomie = Zweiteilung.

  • Heinrich Heß

    Das was oben im Bild als Blüte bezeichnet wird ist in Wahrheit der Fruchtstand mit roten Kelchblättern und blau-schwarzer Beere mittendrin. Der Saft der Beere färbt die Finger intensiv blau-grün. Die Beere enthält einen kugelrunden Samen. Die Samen keimen im Frühjahr recht gut, die Keimlinge werden aber von unseren heimischen Schnecken sehr gierig aufgefressen. Schneckenkorn hilft nix! Also im Gewächshaus aussäen, da wo keine Schnecken drankommen!

  • Heinrich Heß

    Korrektur: Ich hatte es falsch in Erinnerung: Der Samen ist nicht nicht kugelrund, sondern eher etwas länglich und auf einer Seite leicht eingedrückt und hat eine runzlige Oberfläche!

  • Frida

    Das ist ja mal ein cooles Gewächs ;) habe so einen Baum auch schon mal irgendwo gesehen :)

  • Gabriele

    Den Losbaum haben wir vor ca 10 Jahren als kleine Pflanze von einer Bäuerin im ital. Friaul ( BRDA) mitgebracht und eingepflanzt. Er blüht wirklich schön.Die gefallenen Blätter duften beim zusammenrechen fast schon penetrant. Toll, dass er eine Heilpflanze ist. Aber leider habe ich noch keine Biene an seinen Blüten beobachten können; eigentlich will ich nur noch bienennützliche Pflanzen in meinem Garten haben. Die Bienen sind bedroht und wir brauchen sie doch zum Überleben!

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