Safran aus dem eigenen Garten?

Die Krokusse blühen. Wäre es da nicht nett, gleich mal etwas Safran für das nächste Reisgericht zu ernten? Zum Glück habe ich noch mal kurz nachgelesen, ob das funktioniert: So einfach ist das nicht!

Safran wird bekanntlich aus den Stempeln von Krokusblüten gewonnen. Allerdings wird Safran nicht aus den Stempeln unseres normalen frühlingsblühenden Krokus gewonnen, sondern aus dem herbstblühenden Safrankrokus. Der frühlingsblühende Krokus soll sogar giftig sein.

frühlingsblühender Krokus

Blüten eines frühlingsblühenden Krokus

Der Safrankrokus (Crocus sativus) ist eine triploide Mutante des Crocus cartwrightianus. Er hat ungewöhnlich lange rötliche Griffeläste, die als Safran geerntet werden. Wegen seines dreifachen Chromosomensatzes kann er aber nur vegetativ über Knollen vermehrt werden. Ursprünglich soll der Safrankrokus auf den ägäischen Inseln und auf Kreta beheimatet sein.

Aha, Kreta, wie groß sind dann wohl die Chancen so einen Krokus auch hier bei uns im Herbst zum Blühen zu bringen? Laut Wikipedia wird Safran seit einigen Jahren wieder in Österreich angebaut und die Gemeinde Mund in der Schweiz bezeichnet sich wegen seiner langen Safran-Tradition sogar selbst als Safrandorf. Vielleicht kann man ihn also auch hier bei uns im Norden (Klimazone 7b) dazu zu bewegen, ein paar lila Blüten zu bilden.

Die Ansprüche des Safrankrokos müssten wir hier eigentlich erfüllen können. Die Knollen brauchen einen durchlässigen Boden. Staunässe vertragen sie überhaupt nicht. Frost scheint kein größeres Problem zu sein, die Knollen vertragen Temperaturen bis weit unter 10 Grad. Im Zweifel kann man die Knollen im Herbst ausgraben und dann im Frühsommer erneut setzen.

Mir persönlich ist allerdings noch nicht so ganz klar, wohin man die kleinen Krokusse setzt. Die Rasenflächen (wie bei den frühlingsblühenden Krokussen) scheiden sicher aus, weil das Gras im Herbst viel zu schnell wächst. Andererseits möchte man das Beet ja auch nicht das ganze Frühjahr über brach liegen lassen, denn die Safrankrokusse schießen offenbar erst im Sommer. Naja, da fällt uns vermutlich noch etwas ein.

Die Stempelfäden des Safrankrokus werden im Oktober geerntet. Man soll sie nach der Ernte schnell trocknen und dann licht- und luftdicht verpacken. So wird verhindert, dass sie ausbleichen und dass ihre ätherische Öle verdunsten. Da der Safrankrokus zeitgleich mit der Herbstzeitlosen blüht, ist größte Vorsicht geboten. Die Herbstzeitlose ist nämlich äußerst giftig. Man erkennt sie daran, dass sie nicht drei Staubblätter hat wie die Krokusse, sondern sechs.

Und da gerade die Bärlauchzeit begonnen hat – die Herbstzeitlose kann man auch sehr leicht mit dem Bärlauch verwechseln. So eine Verwechslung wäre nicht gerade angenehm, denn wenige Blätter der Herbstzeitlosen bringen dich um!

6 Kommentare zu Safran aus dem eigenen Garten?

  • eva

    Interessanter Artikel! Würde mich gleich interessieren, wo man zwei, drei Knöllchen für den Anfang herbekommt. Weißt Du vielleicht eine Quelle?
    Ich würde dann ein kleines Beet anlegen mit Krokussen, Tulpen und Safran. Dann steht es nicht allzu lange leer und dient in der Safranfreien Zeit als Blumenbeet ;)
    Liebe Grüße,
    Eva

  • @ eva
    Ich konnte die zwiebelten einfach im online Handel bestellen. Gaissmayer hat sie auch. google einfach mal. Ich bin übrigens gespannt auf die erste Ernte:-))))

    Bei mir stehen die Kostbarkeiten bei einer duftlose, sodass ich sie nicht mit den Krokussen im sonstigen Garten verwechsle und ausversehen irgendwo umpflanze. Ausnahmsweise sogar korrekt beschriftet ;-), damit ich weiss warum ich diesen jetzt nicht blühenden Krokus nicht entsorgen soll
    Grüsse Pascale

  • grünerdäumling

    wann genau kann ich denn den safrankrokus pflanzen? doch sicher im jetzigen zeitraum, oder?

    danke schonmal =)

  • Vor ein paar Tagen hatte ich ähnliche Gedanken: Habe schon länger immer wieder mal geliebäugelt mit einigen Safranpflanzen hier im Garten – die Bedingungen bei uns wären ansonsten ideal -, weiß aber einfach nicht, wohin ich sie pflanzen soll. Deshalb habe ich mir wieder keine mitbestellt. (Die gibt’s hier in Ö übrigens bei Gartenbau Wagner in der Steiermark zu kaufen.) Die Versuchung bleibt.
    Liebe Grüße, Margit

  • Wie sollte man denn Bärlauch mit Herbsteitlose verwechseln? Dier Herbstzeitlose blüht im Herbst – und Bärlauch kommt erst jetzt, im März. Meinst du vielleicht, es könnten ein paar Blätter den Frost überlebt haben???

    • Nein, die Blüten kann man ja sowieso nicht verwechseln, aber im Frühling würzen immer wieder Leute ihr Rührei mit den frischen Blättern der Herbsteitlosen. Das kann dann leicht tödlich enden.

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