Sempervivum oder “Wen habt ihr da denn verbuddelt”

Wir sind steinreich! Nach den letzten großen Eiszeiten ist hier in der Gegend so einiges an rund geschliffenem Geröll liegen geblieben. Zum Glück haben unsere Vorfahren die größten dieser Steine schon vor langer Zeit zu Kultstätten verarbeitet. Trotzdem finden wir im Garten immer noch laufend Material für einen stetig wachsenden Steinhaufen. Um endlich mal dem Standardspruch jedes Besuchers – “Wen habt ihr denn da verbuddelt?” – aus dem Weg zu gehen, haben wir im vergangenen Jahr begonnen unseren Steinhaufen zu bepflanzen. Und womit bepflanzt man einen Steinhaufen? Mit Sempervivum natürlich!

Semperviven auf unserem Steinhaufen

Semperviven auf unserem Steinhaufen

Sempervivum (auch Hauswurzen, Dachwurzen) ist eine Gattung von kleinen Pflanzen aus der Familie der Dickblattgewächse. Es gibt etwa 60 Sempervivum-Arten und unzählige Sempervivum-Sorten. Es handelt sich dabei um horstbildende, immergrüne, sukkulente Pflanzen. Sie gelten als äußerst robuste und anspruchslose Pflanzen.

Der Name Dachwurz deutet schon darauf hin, dass Semperviven früher sogar ohne nennenswertes Nährmedium auf Hausdächer gepflanzt wurden. Angeblich sollten sie das Haus vor Blitzen schützen. Ganz von der Hand zu weisen ist diese Vorstellung nicht, denn die wasserhaltigen Blätter konnten in manchen Fällen sicher verhindern, dass ein Dach nach einem Blitzschlag in Brand geriet.

Eigentlich sind Semperviven sehr pflegeleicht. Allerdings benötigen sie einen sonnigen Standort und sie vertragen Staunässe nur schlecht. Sie sind also gut geeignet, auf Dächern oder auf einem sonnigen Steinhaufen klar zu kommen.

Sempervivum Stolonen und Rosetten

Sempervivum Stolonen und Rosetten

Auch die Vermehrung der Semperviven ist sehr einfach. Sie bilden im Frühjahr mehr oder weniger lange Stolonen, an denen sich schnell neue Rosetten bilden. Die neuen Rosetten können dann abgelöst und an den neuen Standort gepflanzt werden.

Die generative Vermehrung (und damit Züchtung von Sempervivum-Sorten) ist ebenfalls möglich. Da sich bei uns allerdings bisher noch keine Blüten gezeigt haben, ist das wohl ein Thema für einen zukünftigen Artikel. Näheres zur generativen Vermehrung findet sich aber zum Beispiel in einem interessanten Artikel der Gesellschaft der Staudenfreunde. Übrigens sterben die Rosetten nach der Blüte ab. Meist haben sie dann aber bereits massenweise Tochter-Rosetten gebildet.

Wie schon gesagt, es gibt unzählige Sempervivum-Arten. Und dazu gibt es offenbar eine richtige Sempervivum-Subkultur unter uns Gärtnern. Ich habe nur mal ein paar Links dazu gesammelt:

Eigentlich ist diese Subkultur auch gar nicht verwunderlich. Im Prinzip sehen sich die Sorten zwar oft sehr ähnlich. Wenn man sich die kleinen Pflanzen aber genauer ansieht, dann erkennt man erstaunliche Unterschiede. Das betrifft die Farben oder die Haare an den Blatträndern und bei älteren Pflanzen natürlich auch die Blüten.

Sempervivum Sempervivum

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