Das Lungenkraut

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Das Lungenkraut gehört wohl zu den anspruchslosesten Zierpflanzen in unserem Garten. Im vergangenen Frühjahr haben wir ein paar Stauden geteilt und als niedrige Abgrenzung zwischen den schattigen Bereich der Beerensträucher und der helleren Obstwiese gesetzt. Im Laufe eines Jahres ist daraus eine üppige kleine Hecke geworden, in der es von Hummeln, Bienen und anderen Insekten und Spinnen nur so wimmelt.

Das Gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) gehört wie zum Beispiel auch der Borretsch (Borago) oder das Vergissmeinnicht (Myosotis) zu den Raublattgewächsen (Boraginaceae). Wie schon die vielen synonymen Namen (Echtes Lungenkraut, Hänsel und Gretel, Bachkraut, Blaue Schlüsselblume, Bockkraut, Fleckenkraut, Himmelschlüssel, Hirschkohl, Hirschmangold, Hosenschiffern, Lungenwurz, Schlotterhose, Schwesternkraut, Ungleiche Schwestern, Unser lieben Frauen Milchkraut) vermuten lassen, ist das Lungenkraut in ganz Europa verbreitet und gilt in Deutschland als beliebte Pflanze in Bauerngärten.

Das Lungenkraut ist ein mehrjähriger Frühblüher. Auch wenn das Lungenkraut im Winter nicht besonders ansprechend aussieht, behält es einen Teil seiner Blätter und blüht sogar vereinzelt. Auffällig sind die runden gelbgrün bis weißen Flecken auf der Oberseite der Blätter. Das Aussehen dieser Flecken hat dem Lungenkraut den deutschen und lateinischen Namen eingebracht. In der Naturheilkunde wird das Lungenkraut bei Lungenkrankheiten und zur schnellen Wundheilung eingesetzt.

Blüten des Lungenkrauts mit einem Besucher

Blüten des Lungenkrauts mit einem Besucher

Die Farbe der Blüten wandelt sich im Laufe ihrer Entwicklung von rot nach blau. Dieses ist auf einen interessanten Effekt eines der Blüten-Inhaltsstoffe zurückzuführen. Es handelt sich dabei um einen Farbstoff aus der Gruppe der Anthocyane, der seine Farbe abhängig vom pH-Wert ändert. In einem sauren Medium ist er rot, in einem alkalischen Medium ist er dagegen blau.

Selbstverständlich habe ich sofort einen Versuch mit dieser “Lakmus-Eigenschaft” der Lungenkraut-Blüten gemacht. Sowohl rote als auch blaue Blütenblätter wandeln ihre Farbe im Laufe einiger Stunden in ein hübsches rot-lila, wenn man sie in einer schwachen Essig-Lösung aufbewahrt. Der Test in einer alkalischen Lösung (NaOH) war dagegen weniger erfolgreich. Die Blüten färben sich zunächst bläulich, fallen dann aber schnell in sich zusammen und es fällt ein etwas ekliges weißliches Zeugs aus. Ein Bild meines Versuchs erspare ich euch deshalb lieber ;-) Interessanter Weise färbte sich der (eigentlich weiße) Ansatz der Blütenblätter in der alkalischen Lösing knallgelb.

2 Kommentare zu Das Lungenkraut

  • Und die FArben-wandel der Blüten dient sogar einen Zweck:
    (Mal versuchen ob ich es auf Deutsch erklären kann)

    Blau ist eine Farbe die Insekte schon vom Ferne sehen können. Also, die Bienen kommen zu die (alte) Blüten, die oft schon von Insekten besucht worden sind. Neues Besuch lohnt also nicht mehr.
    Aber: wenn die Biene in die Nähe der Blumen kommt, wird die rote Farbe mehr auffallen. Die Biene geht also nach die junge rote Blüten, die noch kein Besuch bekommen haben. Später wird auch dieses Blümchen blau, und zeigt also neue Insekte vom Ferne den Weg zur Pflanze…

  • Jaaane

    Nach 20 Jahren mit Null-Eingriff in den Garten des Opas fingen wir 2011 wieder an Grund hinein zu bringen. Das Lungenkraut fiel mir dieses Jahr sofort ins Auge durch die schöne Farbe und die vielen Hummeln. Überall im Garten. Unterm Fliederbaum hat es jetzt ertmal einen festen Platz gefunden. Mancherorts musste es (erstmal) weichen. Auch zwei Kolleginnen habe ich damit schon versorgt.

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