Der Weihnachtsstern

Eigentlich mache ich sowas ja ungern, aber Mitte September beginnt wieder die Zeit in der man seinen Weihnachtsstern nach Strich und Faden beschummeln muss. Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagspflanze. Im Langtag blüht er nicht und wenn er nicht blüht, dann bildet er auch nicht diese hübschen roten Hochblätter aus. Hier auf 53° Nord beträgt die Tageslänge jetzt aber noch satte 13einhalb Stunden und es wäre doch nett, wenn der Weihnachtsstern schon in der Adventszeit blühen würde.

Weihnachtsstern

Weihnachtsstern

Der Weihnachtsstern (auch Poinsettie, Euphorbia pulcherrima) ist eine Art aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Im natürlichen Umfeld seiner Heimat, den tropischen Laubwäldern Mittel- bis Südamerikas, ist der Weihnachtsstern ein immergrüner Strauch, der eine Höhe von bis zu vier Meter erreichen kann. Sein Milchsaft führt bei Kontakt mit der Haut zu Reizungen. Bei Aufnahme von Pflanzenteilen durch den Mund kann es sogar zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Da der Weihnachtsstern eine Kurztagspflanze ist, blüht er nur, wenn die Tageslänge nicht mehr als 12 Stunden beträgt. Er bildet dann unscheinbare grünlich gelbe Blüten, die von den großen, auffällig gefärbten Hochblättern eingerahmt werden.

Den Weihnachtsstern überwintern

Weihnachtssterne werden in der Vorweihnachtszeit schon zu Preisen unter zwei Euro angeboten. Das führt dazu, dass sich nur recht wenige pflanzeninteressierte Menschen die Mühe machen ihren Weihnachtsstern zu überwintern. Dabei ist das eigentlich gar nicht mal so schwierig. Wie ziemlich alle sukkulenten Pflanzen mag er keine Staunässe und begrüßt es, wenn die obere Bodenschicht im Topf auch mal ganz abtrocknet. Er sollte also nicht zu oft und nicht zu üppig gegossen werden.

Im Frühjahr nach der Blüte kann der Weihnachtsstern ordentlich auf die Hälfte oder sogar auf ein Drittel zurück geschnitten und gegebenenfalls umgetopft werden. Wenn er zu stark in die Länge wächst, kann man sogar noch bis in den August hinein die Spitzen stutzen um das Wachstum von Seitentrieben anzuregen. Kopfstecklinge lassen sich übrigens recht leicht bewurzeln.

Den Weihnachtsstern zum blühen anregen

Unser Weihnachtsstern im September

Unser Weihnachtsstern im September

Die farbigen Hochblätter sind natürlich eigentlich gar keine Blüten, aber sie bilden sich trotzdem erst wenn die Pflanze zum Blühen gebracht wird. Immerhin sollen sie ja, ähnlich wie echte Blütenblätter, Insekten anzulocken.

Um eine Kurztagspflanze zum Blühen anzuregen, muss man sie einer täglichen Dunkelphase von mindestens 12 Stunden aussetzen. Wenn der Weihnachtsstern in der Adventszeit blühen soll, dann muss man ihn etwa ab Mitte September täglich für mindestens 12 Stunden in einen dunklen Raum bringen oder ihn anderweitig vor Tageslicht schützen. In der restlichen Zeit braucht er aber weiterhin einen sonnigen Standort.

Wenn es nicht so genau auf den Zeitpunkt der Blüte ankommt, dann kann man natürlich auch ganz einfach warten, bis die Tageslänge ganz von selbst unter 12 Stunden sinkt. Bei uns ist das ab Mitte Oktober der Fall. Da es etwa acht bis zehn Wochen dauert, bis der Weihnachtsstern blüht, würde er ohne zusätzliche Maßnahmen also erst zu Weihnachten oder sogar erst Anfang Januar seine volle Pracht entfalten.

Da sich die bunten Hochblätter sehr lange halten (übrigens auch noch wenn die Pflanze längst wieder im Langtag steht), fangen wir jetzt schon an, den überwinterten Weihnachtsstern zum Blühen anzuregen. Gedüngt haben wir die Pflanze sowieso nicht mehr, nachdem wir sie im Frühjahr mit ordentlich Kompost umgetopft hatten. Nun reduzieren wir aber auch das Gießen noch ein wenig und stellen sie täglich für mindestens 12 Stunden unter eine ausgediente Futtertonne. Wenn alles gut geht, wird sie hoffentlich Ende November ordentlich blühen und uns dann bis ins Frühjahr ein wenig Farbe in den grauen Winter bringen.

Weblinks:

6 Kommentare zu Der Weihnachtsstern

  • Eigentlich bin ich ja gar nicht sooo verrrückt nach Weihnachtssternen (mag aber daran liegen, dass wir erst September haben ;o). Doch diesen Artikel hab ich trotzdem mit Interesse zuende gelesen, weil er gut geschrieben ist. Also vielen Dank für die Informationen. Ist gebookmarkt.
    Herzliche Grüße und eine schöne Restwoche,
    Iris

  • Birgit

    Also, wer nicht mehr länger zu meinem Freundes – oder Bekanntenkreis zählen möchte, der / diejenige schenke mir einen Weihnachtsstern oder ein Alpenveilchen!!!
    Beide Pflanzen würden sofort in einem großen schwarzen Behälter landen, den man alle 2 Wochen an die Strasse stellt. Nicht mal auf meinem Komposthaufen würde so etwas enden.
    Sorry, für den krassen Beitrag, aber bei dem Thema bekomme ich echt…
    LG mit Gruseln Birgit

  • Mailin

    Birgit, warte, wir sehen uns ja am Samstag……..dumdidum :-)

  • Sooo gemein, dass ihr unseren Weihnachtsstern ablehnt, nur weil er dieses klitzekleine Problem mit seinem Schmuddelkind-Image hat. Ihr werdet euch noch wundern, wenn der erst mal vier Meter hoch ist!

    @Birgit: Gut dass Du das sagst. Eigentlich wollten wir dir nämlich am Wochenende ein Alpenveilchen mitbringen. OK, dann bekommst Du eben ein paar Stecklinge von den roten Geranien aus unserem Balkonkasten.

  • Birgit

    Ehrlich, tut mir echt Leid!!!
    Aber mir fällt gerade ein, daß ich am Samstag leider einen wichtigen Termin ausser Haus habe – wie Schade “grins”.
    dideldidö

  • marikose

    An Birgit:

    ich denke, wer fähig ist eine gesunde und lebende Pflanze in die Mülltonne zu werfen, egal was für welche, der hat überhaupt keine Beziehung zur Natur oder zu den Pflanzen, die ja schließlich für die Marotten der Menschen nichts können und gezüchtete Pflanzen von der Pflege und Zuwendung der Menschen abhängig sind. Man muss ja nicht gleich alles, was einem nicht gefällt, in die Mülltonne werfen – vielleicht freut sich jemand über die Pflanze. Ich finde so ein Verhalten zynisch und respeklos.

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