Dicke Dinger

Wenn Du zufällig im Landkreis Freising oder seiner Umgebung wohnst, dann gibt es etwas zu tun. Wie die Naturspuren berichten, sucht der Kreis nämlich die Super-Eiche. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Erding bittet deshalb um die Meldungen von Eichen, die einen Stammumfang von zwei Meter und mehr besitzen. (Wieso das Forstamt in Erding für den Kreis Freising zuständig ist, kann ich leider auch nicht sagen.) Um Meldungen abzugeben kann man dieses Formular (PDF) verwenden oder eine der dort verzeichneten Telefonnummern anrufen.

Eigentlich ist das ja mal Grund genug die “dicken Dinger” in unserem Garten zu vermessen. Laut dem Anmeldebogen des Forstamts Erding soll man den Umfang in einer Höhe von 1,3 Metern messen. Also nichts wie raus…

Eichen

Eichen im Garten

Ich hatte gar nichts anderes erwartet – natürlich überschreiten auch mehrere unserer Eichen die geforderte Norm von zwei Meter Stammumfang. Der dickste Brocken misst in 130 Zentimeter Höhe stolze vier Meter und sechzig Zentimeter. Das ist zwar schon ganz ordentlich, aber ich bin ziemlich sicher, dass das noch lange nicht die dickste Eiche hier im Dorf ist.

Auch ein anderer Baum in unserem Garten überschreitet die Marke von zwei Meter ganz locker. Die Espe (Zitterpappel), unter der unser Gartenhaus steht, hat einen Umfang von drei Meter und sechzig Zentimeter. Für eine Espe dürfte das schon fast rekordverdächtig sein. Mit leichtem Schaudern las ich gerade in der Wikipedia, dass Espen mit sechzig Jahren aufhören zu wachsen und dass sie nur ein Durchschnittsalter von einhundert Jahren erreichen.

Das ist gar nicht gut! Denn unsere Espe dürfte sich gerade auf ihren hundertsten Geburtstag vorbereiten. Der Bruder meines Opas erzählte mir nämlich, dass er den Baum als junger Kerl gepflanzt hatte, weil Pappelholz damals (wohl auch heute noch) zu Streichhölzern verarbeitet wurde und deshalb recht teuer war (heute wohl nicht mehr). Der Bruder meines Opas wurde 1899 geboren. Ein junger Kerl war er dann also während des Ersten Weltkrieges. Angenommen, der Baum wurde 1915 als zweijähriges Pflänzchen gesetzt, dann wäre er jetzt satte 98 Jahre alt.

Man mag sich lieber nicht ausmalen, was mit dem kleinen Gartenhäuschen passiert, wenn der Baum auf die Idee kommen sollte, bei einem Sturm das Zeitliche zu segnen:

Pappel

Espe (Zitterpappel) in unserem Garten

Naja, wie ich schon früher einmal heraus fand – “Größe ist ein ziemlich relativer Begriff”.  Im Vergleich zu dem Baum, von dem Anja kürzlich berichtete sind unsere Bäume ja fast noch Zwerge. Und der ist auch nicht gerade ein Riese, wenn man ihn mit den richtig dicken Oschies vergleicht:

2 Kommentare zu Dicke Dinger

  • Das Forstamt Erding ist deshalb zuständig, weil Freising kein eigenes Forstamt mehr hat bzw. sind die beiden Stellen zusammengelegt worden. Toll, dass Ihr so viele große Bäume im Garten habt. Wir hatten eine schöne dreistämmige Esche, die neben dem Haus auf Gemeindegrund stand. Letztes Jahr wurde sie gefällt, angeblich war sie krank. Sie fehlt mir sehr und meine selbst gepflanzten Bäume brauchen wohl noch ein paar Jahre, bis sie Schatten spenden.

  • Liebe/r Mailin und Heiner,
    als Baumexperten sagen wir Gratulation zu Eurer großen Espe. Ihr habt recht, vielleicht ist sie wirklich rekordverdächtig. Wir haben ein bisschen herumrecherchiert, und es gibt wahrscheinlich kaum eine größere in unserem schönen Land! Wir hoffen, ihr konntet den Baum inzwischen einmal botanisch bestimmen, denn er wirkt auf den ersten Blick fast so groß wie eine Schwarzpappel. Was das Alter und die Stabilität angeht, so gilt: Angst ist ein schlechter Ratgeber. Natürlich sollten die Bäume, je älter und größer sie werden, regelmäßig auf ihre Gesundheit überprüft werden. Aber solange Stamm und Astwerk gesund sind, braucht man sich keine besonderen Sorgen zu machen. Nur bei Sturm sollte man vielleicht nicht gerade unter einem großkronigen Baum sitzen.. :-)
    Naturschutz braucht immer auch eine Portion Mut. Noch viel Freude mit diesem schönen Baum, und vielleicht sehen wir uns einmal – Stefan Kühn vom Baumarchiv

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